Bericht über das Tafel-Fest am Ehrenamtstag in Wiesbaden am 5.12.2008:
„Wenn die Tafeln tafeln!“
„Rollentausch“, oder wie die TafelmitarbeiterInnen selbst „betafelt“ wurden.
Ungefähr 120 Mitarbeiter von 19 Tafeln und Mittagstischen aus dem Gebiet der EKHN ließen sich von der Ehrenamtsakademie nach Wiesbaden in die Stephanusgemeinde zum ersten Tafel – Fest
in der EKHN am Internationalen Ehrenamtstag einladen.
Die, die sonst regelmäßig den Bedürftigen helfen, ihnen Lebensmittel oder Mittagessen verteilen konnten sich für 3 Stunden verwöhnen und bedienen lassen.
Das Besondere daran war das Servicepersonal. Der Kirchenpräsident selbst, der Präses der EKHN, die Leiterin der Kirchenverwaltung, die Pröpste und Pröpstinnen, der Vorsitzende des Diakonischen Werkes, und das Kuratorium der Ehrenamtsakademie
bedienten die Gäste.
Mit den roten Schürzen der Wiesbadener Tafel ausgerüstet, verteilten sie Suppe, Getränke, Essen, räumten auch wieder ab und kamen mit den Ehrenamtlichen an den Tischen ins Gespräch.
Die Gelegenheit zu derartigen Gesprächen wurde gerne wahrgenommen.
Im Mittelpunkt des Abends stand die Wertschätzung der Ehrenamtlichen, die sich Woche für Woche für andere Menschen engagieren. Sie durften einfach genießen und da sein - sei es bei den Musikvorträgen und der Tafelmusik durch das
Karthäuser Duo: Klavier und Saxophon oder bei dem Theaterstück der Obdachlosengruppe unter Leitung von Frau Claudia Selzer, das auf kuriose Weise deutlich machte, was passieren würde, wenn es von heute auf morgen kein Geld mehr gäbe.
Eher nachdenklich stimmte dagegen das Podiumsgespräch zwischen dem Sozialdezernenten der Stadt Wiesbaden, Herr Goßmann, Frau Friedrich-Wurzel, der Leiterin der Tafel, die in den Räumen der Stephanusgemeinde beheimatet ist und Kirchenpräsident
Prof. Dr. Dr. Steinacker unter dem Motto:
„Immer mehr Tafeln - gern gesehene Nächstenliebe oder Skandal“,
denn 800 Tafeln in Deutschland sind doch eher ein politischer Skandal als der Königsweg gegen Armut.
Dekan Heinemann, Wiesbaden und Präses Frau Dr. Pfeiffer aus Mainz moderierten diesen gelungenen stimmungsvollen Spätnachmittag der auf Initiative der Ehrenamtsakademie der EKHN entstanden war. Fünf Jahre Ehrenamtsgesetz war Anlass genug, einmal
die Ehrenamtlichen einzuladen, die sonst im Hintergrund tätig sind und die auch sogleich Vorschläge dafür hatten, wen man in kommenden Jahren noch alles zu einem solchen Fest einladen könnte.
Es war der erste gesamtkirchliche Ehrenamtstag in der EKHN.
Unterstützt wurde diese Aktion vom Koch des Klosters Eberbach, der die Suppe zugunsten der Wiesbadener Tafel spendete.
Symbolisch bekamen alle Gäste einen Nikolaus als Wegzehrung mit nach Hause. Ist Bischof Nikolaus doch das Symbol für die Unterstützung der Armen zu allen Zeiten.
„Ein wunderbarer Abend. Das hat mich motiviert für meine Arbeit. Danke“, so eine ehrenamtliche Mitarbeiterin beim Abschied.
„Das war eine wertschätzende gute Veranstaltung für die Ehrenamtlichen“, so Präses Prof. Dr. Karl Heinrich Schäfer.
Anwesende Tafeln:
- Alzeyer Tafel e.V.
- Bad Homburger Tafel
- Büdinger Tafel
- Butzbacher Tafel
- Erbach– Michelstädter Tafel e.V.
- Teestube Frankfurt Niederrad
- Aufsehen– gemeinsames Mittagessen Friedberg
- Friedberger Tafel e.V.
- Gießener Tafel
- Lampertheimer Tafel
- Gedeckter Tisch– Wärme für Leib und Seele– Langen
- Lauterbacher Tafel e.V.
- Brotkorb– Mainz
- Mittagstisch der Altmünstergemeinde Mainz
- Aktion Essen und Wärme, Offenbach
- Mittagstisch Seeheim– Jugenheim
- Westerwaldkreis Tafeln
- Teestube Wiesbaden
- Wiesbadener Tafel e.V.




















