„Unsere Kirche lebt vom ehrenamtlichen Engagement“
Regionale Ehrenamtsakademie Ingelheim/Wöllstein gegründet
Ingelheim, 17. Januar 2010. Mit einem feierlichen Gottesdienst und der anschließenden Unterzeichnung der Gründungsurkunde wurde jetzt die regionale Ehrenamtsakademie der evangelischen Dekanate Ingelheim und Wöllstein ihrer Bestimmung übergeben. Posaunenchor und Dekanatskantor Carsten Lenz an der Orgel umrahmten diesen besonderen Gottesdienst musikalisch.
Bei ihrer Begrüßung in der gut besuchten Versöhnungskirche in Ingelheim berief sich Präses Elfriede Veerhoff auf Jesaja 44,3, das Losungswort des zweite Sonntags nach Epiphanias: Denn ich will Wasser gießen auf das Durstige und Ströme auf das Dürre: ich will meinen Geist auf deine Kinder gießen und meinen Segen auf deine Nachkommen und wünschte in diesem Sinne allen Mut, dass in die Tat umzusetzen, was gemeinsam geplant wurde.
In seiner Predigt machte der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Dr. Volker Jung, den Stellenwert des Ehrenamts deutlich: „Unsere Kirche lebt vom ehrenamtlichen Engagement“. Ein Engagement, bei dem jeder seine unterschiedlichen Begabungen, die sich zu einem Ganzen fügen, im Vertrauen auf Gott einbringt. Nicht jeder muss alles machen, nicht jeder muss alles können, aber „unsere Gaben und Begabungen sind etwas, was uns verpflichtet. Seid nicht träge, seid brennend im Geist“, führte Jung das Pauluswort vom Leib mit den vielen Gliedern aus. Sich gegenseitig zu ermutigen, sich bestärken und wertzuschätzen und dabei dem Amt dienen, das wünschte der Kirchenpräsident den Ehrenamtlichen bei ihrer Arbeit.
Die Ehrenamtsakademie der EKHN hat keinen zentralen Standort, sondern geht ganz bewusst in die Region und hat nicht nur die Aufgabe, das Ehrenamt in der EKHN weiterzuentwickeln, sondern auch diejenigen, die Verantwortung tragen, zu fördern durch Fortbildungen, Beratung oder regionale Veranstaltungen.
In der EKHN sind insgesamt 68 000 Ehrenamtliche tätig, 12 000 davon in leitenden Funktionen, den im vergangenen Jahr neu gewählten Kirchenvorständen.
„Sie wissen, dass dieses Miteinanderwirken am Reich Gottes eine schöne Vision ist, aber nicht immer leicht durchzuführen“, machte die Leiterin der Geschäftsstelle der Ehrenamtsakademie, Pfarrerin Helga Engler-Heidle, in ihrer Ansprache deutlich,“ da gibt es auch Überforderung, Konflikte, unterschiedliche Ziele und Überlastung. Da ist eine Kultur der gegenseitigen Anerkennung nötig sowie Unterstützung, Fortbildung und Austausch.“
Mittlerweile haben sich in der EKHN 34 Dekanate an 15 Standorten zu regionalen Ehrenamtsakademien zusammengetan. „Und das ist spannend: diese Akademie bringt Bewegung mit sich, lässt im Austausch neue Ideen für die eigene Arbeit erwachsen und überwindet manchmal sogar Mauern“, so Pfarrerin Engler-Heidle.
