31.01.2009
Meine Hoffnung und meine Freude: Den eigenen Glauben zur Sprache bringen
Ehrenamtsakademie tagte in Eichelsdorf
„Meine Hoffnung und meine Freude“ – unter diesem Motto näherten sich die Teilnehmer einer Veranstaltung der Ehrenamtsakademie der evangelischen Dekanate Büdingen, Nidda und Schotten ihrem eigenen Glauben. Es sei gar nicht so leicht, über das zu reden, was uns Hoffnung gibt und Freude weckt, stellte Referent Matthias Schwarz zu Beginn des Seminars im evangelischen Gemeindehaus in Eichelsdorf fest. Denn die typischen Räume, in denen früher über Glauben gesprochen wurde, ja, in denen man auch Beten gelernt habe, hätten sich verändert. Die Großfamilie mit Großeltern im Haus sei heute eine Seltenheit, die Möglichkeiten zur Besinnung, zum Beispiel zu Beginn von Kirchenvorstandssitzungen, seien den Diskussionen um Baufragen und Finanzen zum großen Teil gewichen.
Pfarrer Schwarz, viele Jahre Leiter des „Hauses der Stille“ in Greifenstein und seit August letzten Jahres Seelsorger in den Gemeinden Eichelsdorf und Ober-Schmitten, versuchte, den Seminarteilnehmern einen Blick für den eigenen Glauben zu öffnen. „Was trägt und was hält uns?“, fragte er in die Runde. An Hand von Karten, auf denen unterschiedliche Wege bezeichnet waren, wie Allee, Waldweg, Feldweg oder Serpentinen und Autobahn, konnten die ehrenamtlichen Kirchenvorsteher ihre ganz persönliche Befindlichkeit zur Sprache bringen. „Wer über seinen Glauben sprechen will, braucht aber auch einen festen Stand“, erläuterte der Theologe. „Und das im wahrsten Sinne des Wortes.“ So wurden mit Tennisbällen die Fußsohlen durch Hin- und Herrollen massiert und das Gefühl für den eigenen Körper gestärkt.
In der Begegnung mit dem biblischen Psalm 25, den Pfarrer Schwarz zunächst in einer Meditation vorlas, wurden Anregungen gegeben, darauf zu achten, was im eigenen Glauben von Bedeutung ist. Im lauten gebetsartigen Mitsprechen von Versen wurde die Sprachfähigkeit geschärft, um sich dann in Kleingruppen über das auszutauschen, was das eigene Herz vernommen hat. „Welches Wort hat uns persönlich angesprochen? Welche Gedanken sind uns bei dem Bibeltext in den Sinn gekommen? Welche Erfahrungen?“. So wurde auch das Zuhören eingeübt, denn keiner der Beiträge sollte diskutiert und zerredet werden.
In einem weiteren Schritt konnten dann die Teilnehmer den anfangs ausgesuchten Weg tauschen und Wünsche für die kommende Woche und ihr eigenes Leben äußern. Abschließend diskutierte die Runde darüber, ob und wie der Glaube in Kirchenvorstandssitzungen zur Sprache gebracht werden könne. „Für das, was einem wichtig sei, sei auch Zeit vorhanden“, entgegnete ein Teilnehmer auf den Einwand, vor lauter Tagesordnungspunkten sei gar kein Platz mehr für Glaubensfragen. Das Sprechen über den Glauben müsse auch bei solchen Gelegenheiten wieder eingeübt und ritualisiert werden, machte Pfarrer Schwarz Mut.
Seminarorganisatorin Rita Stoll, Inhaberin der Fachstelle Bildung in der Arbeitsgemeinschaft der drei Dekanate, dankte Pfarrer Schwarz für dessen kompetente und einfühlsame Anleitung und wies schließlich noch auf den nächsten Termin der Ehrenamtsakademie hin. Am 28. März geht es in dem Kurzseminar „Gute Reden fallen nicht vom Himmel“ um Tipps und Tricks für kleine Ansprachen und Reden. Weitere Informationen unter www.kirchenfenster-bonus.de / Termine oder bei Rita Stoll unter 06042/9534986.
[Gert Holle]



