18.10.2008
Die Gemeindeversammlung lebendig gestalten
Ehrenamtsakademie der Dekanate Büdingen, Nidda und Schotten beschäftigte sich mit der Kirchenvorstandswahl 2009
Die Kirchenvorstände der evangelischen Gemeinden in den Dekanaten Büdingen, Nidda und Schotten befassen sich seit geraumer Zeit mit den Modalitäten der im kommenden Jahr stattfindenden Kirchenvorstandswahlen. Hierzu führte die Ehrenamtsakademie der drei Dekanate im Laufe des Jahres bereits zwei Veranstaltungen durch, die sich mit der Suche nach geeigneten Kandidaten und den rechtlichen Rahmenbedingungen einer Wahl auseinandersetzten. In einem diese Thematik abschließenden Seminar in Schotten wurde nun von den ehrenamtlichen Kirchenvorstandsvertretern die Gemeindeversammlung als Instrument der Kandidatenpräsentation unter die Lupe genommen.
Gesucht wurden von den über 20 Teilnehmern Ideen zur inhaltlichen Gestaltung einer Gemeindeversammlung. Dabei wurden unter fachkundiger Anleitung der beiden Referentinnen, Beate Sondermann und Pfarrerin Birgit Ihrig, die Vorstellung der Kandidaten,
der Rechenschaftsbericht des Kirchenvorstandes sowie die Rahmenbedingungen wie Ort und Zeit in den Blick genommen. So könnte nach Vorstellung der erfahrenen Organisationsberaterin Beate Sondermann durchaus ein so genannter Event mit der Gemeindeversammlung
kombiniert werden. Denn Hauptmanko sei nach Erfahrung der Teilnehmer bislang die geringe Resonanz. Dies könne möglicherweise durch einen „geistlichen Frühschoppen“, ein Orgelkonzert oder auch einen Neujahrsempfang mit jeweils anschließender
Versammlung geändert werden. Gerade für die Vorstellung der Kandidaten müsse genügend Zeit eingeplant werden. Deshalb sollte durchaus in Betracht gezogen werden, Sonntagsgottesdienst und Gemeindeversammlung zu trennen.
Skepsis herrschte bei den Teilnehmern bezüglich der Attraktivität einer solchen Veranstaltung. „Mehr als zehn bis 20 Leute kommen doch eh nicht“, brachte ein lang gedienter Kirchenvorsteher seine Bedenken zum Ausdruck. „Haken wir die Veranstaltung einfach als ein „Muss“ ab.“ Man dürfe die Gemeindeversammlung nicht nur als Pflicht sehen, entgegnete Referentin Birgit Ihrig. Zwar müsse die für die Kirchenvorstandswahl verbindlich vorgeschriebene Gemeindeversammlung zwischen dem 18. Januar und dem 1. März 2009 stattfinden. Doch für die inhaltliche Gestaltung sei doch ein gewisser Freiraum gegeben. Schließlich bestünde die große Chance, die Arbeit des Kirchenvorstandes und der einzelnen Gemeindeaktivitäten einem breiten Publikum zu präsentieren. Gut gemachte Power-Point-Präsentationen, Interviews, Bild- und Plakatwände mit den Ereignissen der letzten Monate seien dabei durchaus hilfreich. Auch die Einbeziehung eines geeigneten Moderators und ein kurzweiliger Ablaufplan könnten die Attraktivität sichtbar steigern. Wichtig sei es, den Alltag der Kirchenvorstandsarbeit realistisch darzustellen. Topps und Flops, außergewöhliche Vorkommnisse, kurze Diskussionen sollten die Aufmerksamkeit der anwesenden Gemeinde erhöhen können.
Die Versammlung biete die basisdemokratische Möglichkeit für die Gemeindeglieder, die personelle Zusammensetzung des neuen Kirchenvorstandes an dieser wichtigen Nahtstelle mitzubestimmen, erläuterte abschließend Beate Sondermann. Deshalb
habe die Gemeindeversammlung im Wahlverfahren einen hohen Stellenwert. Wenn auch zuvor der Benennungsausschuss eine Liste von Kandidaten präsentiert haben sollte, könnten doch in der Gemeindeversammlung weitere Personen benannt werden. Hier sei
allerdings eine mehrheitliche Zustimmung der Versammlung zu jedem neu genannten Kandidaten in geheimer Wahl erforderlich.
Am Ende der Veranstaltung gab Öffentlichkeitsreferent Gert Holle einen Ausblick auf die Veranstaltungen der Ehrenamtsakademie im kommenden Jahr. Unter der Fragestellung „Woran glaube ich?“ werden sich unter Anleitung von Pfarrer Matthias Schwarz die Seminarteilnehmer am 31. Januar 2009 in Eichelsdorf mit dem eigenen Glauben auseinandersetzen. Pfarrer Andreas Marschella führt am 28. März 2009 in die Kunst der Rhetorik und der Reden ein. Thema im Gemeindehaus in Gelnhaar: „Gute Reden fallen nicht vom Himmel“. Im März können dann die interessierten Ehrenamtlichen von Gert Holle in Nidda erfahren, wie Projekte geplant und erfolgreich durchgeführt werden. Wie sich ehrenamtlich Tätige die eigenen Kräfte gut einteilen können und so Überforderungen entgegenwirken, wird Thema der Veranstaltung am 5. September in Schotten sein. Und die neu gewählten Kirchenvorstände können sich dann am 7. November in Büdingen über Möglichkeiten des Zusammenwirkens im Kirchenvorstand informieren, wenn es heißt: „Auf ein gutes Miteinander“. Weitere Informationen ab 1. November unter www.kirchenfenster-bonus.de.
Gert Holle




