"Die ganze Familie unter einem Baum?" - Waldbestattungen im Vogelsberg
Seminar am 23. 3. und Exkursion am 21. 4. 2007

Die Ehrenamtsakademie startete im Dekanat Vogelsberg und Alsfeld mit einem ungewöhnlichen Thema:
Unter allen Wipfeln Ruh': Waldbestattung - Neue Entwicklungen in der Bestattungskultur.

Referentin

Im Seminar in Lauterbach-Wallenrod am 23.3.07 berichtete Frau Dagmar Kuhle vom Museum für Sepulkralkultur in Kassel über die historischen Hintergründe von Bestattungswäldern. Die anschließende Diskussion beschäftigte sich mit Vorteilen und Nachteilen der Bestattung in einem Wald und mit den Positionen der christlichen Kirchen zu diesem Thema. Eingeladen waren insbesondere die Kirchenvorstände und Gemeinderäte. Außerdem waren Interessierte gekommen, um sich über die Möglichkeiten zu informieren. So war für einen Teilnehmer die Frage an die zukünftigen Betreiber eines Bestattungswaldes, welche Möglichkeiten bestehen, für sich und seine Familie einen Baum zu „kaufen“ als Ort für die (Urnen-)Gräber.
Weder die evangelische noch die katholische Kirche lehnen die Bestattungswälder ab. Christen müssten sich aber von einer naturreligiösen Vorstellung abgrenzen, als ob der Verstorbene im Baum weiterlebe, so Ralf Müller, Bildungsreferent des evangelischen Dekanats Alsfeld. Pfarrer Matthias Schmidt vom Dekanat Vogelsberg warnte vor einer Verbannung des Todes aus dem Sichtfeld der Lebenden. Bestattungswälder würden den Tod aus dem Lebensumfeld drängen.
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Weitere Schwerpunkte des Seminars:

  • Entwicklungen in der Bestattungskultur
  • Park und Ästhetik im Friedhof
  • Einflüsse von Ökonomie und Feuerbestattung
  • Auf der Suche nach neuen tröstlichen Bildern: Welche Erwartungen haben die Trauernden?
  • Friedhöfe und Beisetzungswälder mit neuen Angeboten
  • Reflektion der Neuerungen aus der Perspektive der Kirche

Gruppe Schild baum

Die Exkursion am 21.04.07 führte zum Friedwald Reinhardshagen. Dort informierte Dr. Adam von Schultzendorff vom Unternehmen Friedwald. Abschließende Reflektion und Diskussion der neuen Bestattungsformen fand statt im Museum für Sepulkralkultur in Kassel. Dort stand Frau Dagmar Kuhle wieder als Gesprächspartnerin zur Verfügung.
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